Erneuerbare Energien decken inzwischen über ein Drittel des deutschen Stromverbrauchs  

Die Energieversorgungslandschaft in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren bereits deutlich verändert und auch die Erneuerbaren-Energien-Branche entwickelte sich mit heute rund 355.000 Beschäftigten zu einem wichtigen Innovations-, Wirtschafts- und Wachstumsmotor. Im vergangenen Jahr ist der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung weiter gestiegen: Die Erneuerbaren Energien produzierten 2015 mit 187,3 Millionen Megawattstunden rund 27 Millionen Megawattstunden (2014: 160,6 Millionen MWh) mehr Strom als im Vorjahr 2014. Dies entspricht einer Steigerung um etwa 17 Prozent. Aktuell liegt der Anteil der Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch bei 31,6 Prozent. Und sie beeinflussen zunehmend die CO2-Bilanz: Allein 2015 konnte in Deutschland durch die Nutzung der Erneuerbaren Energien der Ausstoß von mehr als 170 Millionen Tonnen CO2 vermieden werden. 

Ziel der Bundesregierung ist es, den Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung bis zum Jahr 2025 auf 40-45 Prozent und bis 2035 auf 55-60 Prozent zu steigern. Ein konkretes 100-Prozent-Ziel hat die Bundesregierung nicht verabschiedet.

 

Hessen deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt

In Hessen erzeugten die Erneuerbaren Energien 2015 etwa 5,3 Millionen Megawattstunden Strom, ihr Gesamtanteil am Stromverbrauch lag bei rund 16,4 Prozent. Beim letzten Bundesländerranking Erneuerbare Energien 2014 erreichte Hessen unter den 16 Bundesländern nur den 12. Platz. Als Ausbauziel formulierte die Hessische Landesregierung, den Endenergieverbrauch in Hessen (Strom und Wärme) bis zum Jahre 2050 aus 100 Prozent Erneuerbaren Energien decken zu wollen. Zudem strebt die Landesregierung einen Anteil der Erneuerbaren Energien am Stromverbrauch von 25 Prozent bis Ende des Jahres 2018 an.

 

Nordhessen verliert an Tempo auf dem richtigen Weg

Nordhessen orientiert sich beim eigenen Ausbauziel am Land Hessen, strebt aber an, das Ziel einer hundertprozentigen regenerativen Versorgung früher als 2050 zu erreichen. Im Jahr 2015 erzeugten die Erneuerbaren Energien in Nordhessen rund 1,7 Millionen Megawattstunden Strom (2014: 1,5 Millionen MWh). Der Anteil der Erneuerbaren Energien am Stromverbrauch in Nordhessen stieg auf aktuell rund 42 Prozent. Dabei geben die einzelnen Landkreise und Kommunen - auch aufgrund ihrer unterschiedlichen Ressourcen und landschaftlichen Gegebenheiten - ein recht unterschiedliches Bild ab. Die installierte Leistung der Erneuerbaren Energien stieg 2015 in Nordhessen ebenfalls erneut an, allerdings ist dieser Zuwachs vor allem auf die Inbetriebnahme von neu errichteten Windkraftanlagen sowie den Leistungszuwachs bei der Bioenergie zurückzuführen. Insbesondere bei der Solarenergie hingegen hält der negative Trend beim jährlichen Zubau an.   

Jährlich über 120 Millionen Euro regionale Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien
Betrachtet man die regionale Wertschöpfung, die durch den Einsatz Erneuerbarer Energien bei der Stromerzeugung in Nordhessen generiert wird, so beläuft sich diese allein im Jahr 2012 auf rund 122 Millionen Euro.